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UNO-Generalsekretär will sich für die Sicherheit der Medienschaffenden einsetzen
March 1st, 2017

Reporter ohne Grenzen (ROG) und das Committee to Protect Journalists (CPJ) forderten UNO-Generalsekretär Antonio Guterres bei einem Treffen auf, so schnell wie möglich Massnahmen zugunsten der Sicherheit von Medienschaffenden zu ergreifen.

Christophe Deloire, Generalsekretär von ROG International und Joel Simon, CPJ-Geschäftsführer, haben mit UNO-Generalsekretär Antonio Guterres am 24. Februar Gespräche über die Sicherheit von Medienschaffenden geführt. Sie diskutierten die Kampagne #ProtectJournalists, die einen UNO-Sonderbotschafter für den Schutz von Journalisten fordert. Am Treffen nahm auch David Callaway, Präsidentschaftskandidat für das World Editor’s Forum der Organisation WAN-IFRA teil, der das Anliegen schon lange unterstützt.

 

„Im Namen von ROG begrüsse ich das starke persönliche Engagement von Antonio Guterres für die Sicherheit von Medienschaffenden und für freie und unabhängige Medien“, sagte ROG-Generalsekretär Christophe Deloire nach dem Gespräch: „Der UNO-Generalsekretär ist der Auffassung, dass sie von grundlegender Bedeutung für Demokratie und Menschenrechte sind. Er hat zugesichert, entsprechende Massnahmen zu ergreifen. Wir zählen auf ihn, wenn es darum geht, die UNO beim Schutz von Medienschaffenden effizienter zu machen.“

 

„In einer Zeit, in der körperliche und verbale Angriffe auf Medienschaffende weltweit zunehmen, ist diese Unterstützung durch den UNO-Generalsekretär erfreulich und ermutigend“, sagte CPJ-Geschäftsführer Joel Simon: „Wir können es kaum erwarten, gemeinsam mit ihm an der Konkretisierung dieses Engagements zu arbeiten.“

 

UNO-Resolutionen haben keine Ergebnisse gebracht

 

Ziel der #ProtectJournalists-Kampagne ist es, einen konkreten Mechanismus für die Umsetzung des internationalen Rechts zu entwickeln, der es erlaubt, endlich die Zahl der Medienschaffenden, die jedes Jahr ihres Berufs wegen getötet werden, zu verringern. Bisher haben weder die Verabschiedung zahlreicher UNO-Resolutionen zum Schutz von Journalisten noch der Kampf gegen die Straflosigkeit von Verbrechen gegen Medienschaffende konkrete Resultate erbracht.

 

Das beweisen die Statistiken: Die letzten fünf Jahre waren die „tödlichsten“ Jahre für Journalisten, mit Hunderten von Toten. Allein 2016 wurden nach der Zählung von ROG 78 Medienschaffende getötet, und die Verbrechen an ihnen werden in den meisten Fällen ungesühnt bleiben. Das CPJ hat errechnet, dass im letzten Jahrzehnt nur gerade bei drei Prozent dieser Morde auch wirklich der Gerechtigkeit Genüge getan wurde.

 

Mord ist die ultimative Form der Zensur, und wenn ein Journalist getötet wird, ist dies ein direkter Angriff auf das Recht der Öffentlichkeit auf Information. Die grossen Probleme der Welt, von Umweltfragen bis hin zu extremistischer Gewalt, können nicht ohne die Arbeit der Medienschaffenden angegangen werden.

 

Mehr als 120 Organisationen unterstützen #ProtectJournalists

 

Eine weltweite Koalition von NGOs, Medien, Medienschaffenden und prominenten Persönlichkeiten unterstützt die Initiative von ROG für die Schaffung einer Position des „Beschützers der Journalisten“ bei der UNO. Mehr als 120 Organisationen sind der Koalition bisher beigetreten, darunter CPJ, Associated Press, WAN-IFRA, Amnesty International, Human Rights Watch sowie das brasilianische Zentrum für investigativen Journalismus (Abraji). Mehrere Koalitionsmitglieder, so etwa die James W. Foley Foundation, das syrische Zentrum für Medien und Meinungsfreiheit (SCM) und die Pakistan Press Foundation (PPF) haben diese Woche in Briefen an UNO-Generalsekretär Guterres den Aufruf zur Ernennung eines UNO-Sonderbeauftragten unterstützt.

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