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Syrien: 211 Medienschaffende getötet
March 20th, 2017

Mindestens 211 Medienschaffende wurden bisher im syrischen Bürgerkrieg getötet. ROG fordert alle Beteiligten auf, die Journalisten bei ihrer Arbeit zu schützen.

2011 fanden die ersten Massenproteste gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad statt, danach brach der Bürgerkrieg aus. Seither sind Syrien mindestens 211 Medienschaffende in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Reporter ohne Grenzen appelliert vor diesem Hintergrund an alle Konfliktparteien, ihrer völkerrechtlichen Verpflichtung zum Schutz der Journalisten im Konfliktgebiet nachzukommen.

Der jahrelange Krieg hat Syrien zum weltweit gefährlichsten Land für Journalisten (http://bit.ly/2n3GuVZ) gemacht. Reporter riskieren für die Arbeit vor Ort ihr Leben. Sie können jederzeit Opfer von Luftangriffen oder Artilleriebeschuss werden, von Sicherheitskräften des Regimes festgenommen oder von Dschihadisten entführt werden. Auch in den Gebieten unter der Kontrolle kurdischer Sicherheitskräfte müssen sie mit Zensur, Drohungen und Festnahmen rechnen.

Allein seit Anfang 2016 wurden in Syrien mindestens zwölf professionelle Journalisten und neun Bürgerjournalisten im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit getötet. Derzeit sitzen mindestens 26 Medienschaffende wegen ihrer Arbeit in den Gefängnissen der Regierung. Weitere 21 syrische Medienschaffende sowie sieben ausländische Journalisten sind von bewaffneten Gruppen entführt oder gelten als vermisst. Mehr als 300 syrische Journalisten sind ins Ausland geflohen.

ROG hat den UNO-Sicherheitsrat wiederholt aufgefordert, die Kriegsverbrechen an Journalisten in Syrien und im Irak dem internationalen Strafgerichtshof vorzulegen (http://www.rsf-ch.ch/node/7489). Bei den Vereinten Nationen wirbt ROG ausserdem für die Einsetzung eines UNO-Sonderbeauftragten für die Sicherheit von Medienschaffenden (http://www.rsf-ch.ch/node/7856), um die diversen UNO-Resolutionen gegen die Straflosigkeit für Verbrechen an Medienschaffenden endlich durchzusetzen.

ROG unterstützt auch die Klage der Hinterbliebenen (http://www.rsf-ch.ch/node/7927) der US-Kriegsreporterin Marie Colvin. Sie war im Februar 2012 in Syrien getötet worden. Mit Hilfe von Informationen hochrangiger Überläufer und von syrischen Regierungsdokumenten zeigt ihre Klage detailliert die direkte Verantwortung hochrangiger Regimevertreter für die gezielte Ermordung der Journalistin.

Auf der Rangliste der Pressefreiheit (http://www.rsf-ch.ch/node/7830) belegt Syrien Platz 177 von 180 Ländern.


ROG-Bericht «Dschihad gegen Journalisten» (Januar 2016) http://www.rsf-ch.ch/node/7701
ROG-Bericht «Journalismus in Syrien – ein Ding der Unmöglichkeit?» (Dezember 2013) http://bit.ly/2nAdab6



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