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	<title>Newsletter 2025-06-DE | Reporter ohne Grenzen</title>
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		<title>«Uncensored Library»: Das Computerspiel Minecraft als Bastion der Pressefreiheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin-rsf2]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Aug 2025 11:49:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Newsletter 2025-06-DE]]></category>
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					<description><![CDATA[In einer Welt, in der die digitale Zensur in vielen Ländern immer weiter zunimmt, hat die Deutsche Sektion von Reporter ohne Grenzen (RSF) eine innovative und mutige Lösung entwickelt: die Uncensored Library (Unzensierte Bibliothek). Dabei handelt es sich um ein Projekt, das das Computerspiel Minecraft als Umgehungsmöglichkeit nutzt, um zensierte Texte zu verbreiten. Die Initiative [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In einer Welt, in der die digitale Zensur in vielen Ländern immer weiter zunimmt, hat die Deutsche Sektion von Reporter ohne Grenzen (RSF) eine innovative und mutige Lösung entwickelt: die Uncensored Library (Unzensierte Bibliothek). Dabei handelt es sich um ein Projekt, das das Computerspiel Minecraft als Umgehungsmöglichkeit nutzt, um zensierte Texte zu verbreiten. Die Initiative wurde am 12. März 2020 anlässlich des Welt-Tages gegen Cyber-Zensur ins Leben gerufen und hat sich schnell zu einem Symbol für den Kampf um Informationsfreiheit entwickelt. Seitdem wird die Uncensored Library laufend ergänzt.</strong></p>
<p><b>Ein virtueller Zufluchtsort für mundtot gemachte Stimmen</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Grundidee der Uncensored Library ist so simpel wie genial: Während unabhängige Online-Medien in vielen autoritären Regimes oft gesperrt sind, bleibt das Computerspiel Minecraft fast überall auf der Welt zugänglich und erfreut sich grosser Beliebtheit. Die von RSF entwickelte Uncensored Library ist dabei ein riesiges virtuelles Gebäude innerhalb des Spiels, das aus mehr als 12,5 Millionen Blöcken gebaut wurde. Die Spieler können so  Artikel und Werke von Journalistinnen und Journalisten einsehen, die in ihren Ländern eigentlich zensiert sind.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Bibliothek umfasst mehrere Räume. In der Eingangshalle können sich die Spieler anhand der Rangliste der Pressefreiheit von RSF über den Stand der Pressefreiheit in 180 Ländern informieren. Anschliessend gibt es neun Haupträume, die Ländern gewidmet sind, in denen die Zensur besonders stark ist: Iran, Russland, Vietnam, Saudi-Arabien, Mexiko, Ägypten, Brasilien, Eritrea und Belarus. In diesen Räumen können die Minecraft-User zensierte Texte aus diesen Ländern lesen – auf englisch sowie in der jeweiligen Landessprache. Einige der Texte können sogar als Audioversion angehört werden. Ein Raum ist auch Reporter ohne Grenzen selbst gewidmet, wo detaillierte Informationen über die Organisation sowie ein Lageplan der Bibliothek verfügbar sind.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Anfangs umfasste die Bibliothek nur Artikel aus Ägypten, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien und Vietnam. Später kamen Texte aus Belarus, Brasilien und zuletzt aus Eritrea hinzu. Im März 2023 kamen Inhalte von persischsprachigen und regimekritischen iranischen Medium Iran International  sowie des unabhängigen russischen Mediums und Ljudi Baikala, das  insbesondere für seine Berichterstattung über in der Ukraine gefallene russische Soldaten bekannt ist, hinzu.</span></p>
<p><b>Globale Wirkung und digitaler Widerstand</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Uncensored Library ist ein grosser Erfolg. Im Jahr 2024 verzeichnete die Projektwebsite rund 200’000 Besucher, wobei die USA, Deutschland, Indien, Russland, Brasilien und Mexiko zu den Ländern mit den meisten Besuchern gehörten.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Minecraft-Karte, mit der die Bibliothek offline besucht werden kann, wurde 2024 fast 80’000 Mal heruntergeladen. Auch in den sozialen Netzwerken ist die Wirkung enorm. Auf Instagram, YouTube und TikTok erreicht die Uncensored Library Millionen von Aufrufen. Schätzungen zufolge wurde die Uncensored Library über alle Sozialen Medien hinweg bis heute über 20 Millionen Mal erwähnt. Unter dem Hashtag #TruthFindsAWay (Die Wahrheit findet einen Weg) ist das Projekt ebenfalls in den sozialen Medien zu finden. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Insgesamt haben sich seit ihrer Lancierung mehr als 20 Millionen User aus 165 Ländern mit der Uncensored Library über die Pressefreiheit informiert. Die Möglichkeit, die Minecraft-Karte herunterzuladen und auf dem eigenen Server zu hosten (was bereits mehr als 300’000 Menschen getan haben), macht zudem eine Zensur oder Sperrung der Uncensored Library nahezu unmöglich.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Weitere Informationen und die Möglichkeit, die Initiative zu unterstützen, sind auf der offiziellen Website zu finden:</span><a href="https://www.uncensoredlibrary.com/en" target="_blank" rel="noopener"> <span style="font-weight: 400;">https://www.uncensoredlibrary.com/en</span></a><span style="font-weight: 400;">.</span></p>
<h6><strong>Sophie Sager, Projektverantwortliche RSF Schweiz</strong></h6>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Eine Katastrophe von unbegreiflichem Ausmass</title>
		<link>https://rsf-ch.ch/de/eine-katastrophe-von-unbegreiflichem-ausmass/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin-rsf2]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Aug 2025 11:47:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Newsletter 2025-06-DE]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach fast zwei Jahren Krieg im Gazastreifen gibt es bald niemanden mehr, der unabhängig aus der belagerten palästinensischen Enklave berichten kann. Ausländischen Medienschaffenden ist der Zugang ins Kriegsgebiet noch immer verwehrt. Und allein im August hat Israel mindestens elf weitere palästinensische Journalistinnen und Journalisten gezielt getötet. Das Ausmass der Katastrophe, die sich für Medienschaffende in [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nach fast zwei Jahren Krieg im Gazastreifen gibt es bald niemanden mehr, der unabhängig aus der belagerten palästinensischen Enklave berichten kann. Ausländischen Medienschaffenden ist der Zugang ins Kriegsgebiet noch immer verwehrt. Und allein im August hat Israel mindestens elf weitere palästinensische Journalistinnen und Journalisten gezielt getötet. Das Ausmass der Katastrophe, die sich für Medienschaffende in diesem Kriegsgebiet abspielt, ist immer schwieriger in Worte zu fassen. Dabei ist die Rechtslage klar: Es handelt sich um Kriegsverbrechen. Der Druck auf Israel, sich zu diesen völkerrechtswidrigen Aktionen zu erklären, wächst entsprechend stark an.</strong></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Anas al-Sharif, Mohammed Qraiqea, Ibrahim al-Thaher, Mohammed Nofal, Moamen Aliwa, Mohammed al-Khaldi, Hussam al-Masri, Ahmed Abu Aziz, Mariam Abu Dagga, Mohammed Salama, Moaz Abu Taha. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Das sind die Namen der elf Medienschaffenden, die Israel im Zuge von zwei Luftschlägen am 10. und 25. August tötete <em>(Photo: Keystone-SDA)</em>. Im Gegensatz zu früheren Angriffen gab die israelische Armee, zumindest beim Luftschlag vom 10. August, unmittelbar nach dem Angriff offen zu, die Journalisten gezielt und bewusst getötet zu haben – unter dem Vorwand, es habe sich dabei um einen Angriff auf Hamas-Terroristen gehandelt. Den Vorwurf selbst hat Israel dabei aber weder ausreichend noch glaubhaft begründen können. Nach internationalem Recht stellen solche Handlungen deshalb klare Kriegsverbrechen dar. Denn Medienschaffende gelten in bewaffneten Konflikten als Zivilpersonen, solange sie nicht aktiv an den direkten Kampfhandlungen teilnehmen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Wenn Organisationen wie Reporter ohne Grenzen diese Verbrechen dokumentieren, kritisieren und beim Namen nennen, dann machen wir dies nicht aus Leichtsinn oder weil wir uns dadurch mehr Aufmerksamkeit wünschen. Würden wir dies tun, wäre unsere Glaubwürdigkeit schnell verspielt. Wir tun dies einzig und allein, weil es eminent wichtig ist, solche Verbrechen beim Namen zu nennen. Und weil wir Partei ergreifen für unabhängigen und starken Journalismus – überall auf der Welt. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Und in Gaza ist dies so wichtig wie in keinem anderen Krieg in der jüngeren Vergangenheit. Mit über 200 getöteten Medienschaffenden kamen in nur zwei Jahren Krieg mehr Journalistinnen und Journalisten ums Leben als in den beiden Weltkriegen, im Vietnam- sowie im Jugoslawienkrieg zusammen. Das sind horrende Zahlen. Und sie bedürfen einer dringenden und glaubhaften Erklärung Israels.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Doch eine solche glaubhafte Erklärung will oder kann die israelische Armee bis heute nicht liefern. Das Argument, bei den getöteten Medienschaffenden handle es sich um Hamas-Terroristen, konnte bislang kaum glaubhaft belegt werden. Auch die oft diffuse und pauschale Begründung, die Journalistinnen und Journalisten hätten sich in der Nähe von Hamas-Terrorzellen befunden, reicht nicht aus, um vorsätzlich Medienschaffende ins Visier zu nehmen und sie brutal zu töten, nur weil sie ihrer Arbeit nachgehen und die Welt über die Situation vor Ort informieren.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Journalistinnen und Journalisten aus Gaza sind unsere Augen und Ohren vor Ort. Die einzigen Augen und Ohren, auf die wir uns verlassen können. Wenn die israelische Armee so weitermacht wie bisher und auch die letzten Medienschaffenden, die kritisch über das Vorgehen Israels berichten, eliminiert, dann wird die Welt schon sehr bald – zumindest was die katastrophalen Zustände in Gaza betrifft – erblinden und ertauben. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Das können und dürfen wir so nicht hinnehmen.</span></p>
<h6><strong>Valentin Rubin, Policy &amp; Advocacy Manager RSF Schweiz</strong></h6>
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