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	<title>Newsletter 2025-07-DE | Reporter ohne Grenzen</title>
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		<title>Pressefreiheit unter Druck – auch abseits der globalen Schlagzeilen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin-rsf2]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Sep 2025 13:49:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Newsletter 2025-07-DE]]></category>
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					<description><![CDATA[Ist die Welt verrückt? Mit dieser Frage beschäftigte sich Anfang Monat die Sondersendung des Auslandsmagazins vom Schweizer Fernsehen, SRF Global über 90 Minuten lang. Die Frage kommt nicht umsonst, angesichts der zahlreichen Krisen und Brandherde, über die wir täglich in den Nachrichten lesen. Der Krieg im Gazastreifen, für den Medienschaffende einen horrenden Preis zahlen müssen. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="font-weight: 400;"><strong>Ist die Welt verrückt? Mit dieser Frage beschäftigte sich Anfang Monat die Sondersendung des Auslandsmagazins vom Schweizer Fernsehen, <a href="https://www.srf.ch/play/tv/srfglobal/video/10-jahre-srfglobal---die-welt-ist-verrueckt?urn=urn:srf:video:f73aba8b-0923-46ff-8c37-823d1019320e" target="_blank" rel="noopener">SRF Global</a> über 90 Minuten lang. Die Frage kommt nicht umsonst, angesichts der zahlreichen Krisen und Brandherde, über die wir täglich in den Nachrichten lesen. Der Krieg im Gazastreifen, für den Medienschaffende einen horrenden Preis zahlen müssen. Der Krieg in der Ukraine und die russischen Aggressionen im Osten Europas, die den Kontinent verunsichern und immer wieder Medienschaffende ihre Freiheit kosten. Und die zweite Präsidentschaft von Donald Trump in den USA, in dessen Kontext demokratische Grundpfeiler der Gesellschaft, darunter auch die Pressefreiheit, immer schneller abnehmen.</strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Angesichts dieses Sturms an besorgniserregenden Nachrichten gehen viele andere Konflikte und Problemzonen schnell vergessen. Auch solche, die unmittelbare Auswirkungen auf die Pressefreiheit haben. Entsprechend müssen wir unser Augenmerk auch auf diese Schauplätze abseits der dominierenden Schlagzeilen werfen.</p>
<h5 style="font-weight: 400;"><strong>Fingierte Anklagen und drakonische Strafen</strong></h5>
<p style="font-weight: 400;">Da gibt es etwa den Fall der mutigen philippinischen Journalistin Frenchie Mae Cumpio, die 2020 im Alter von nur 21 Jahren inhaftiert wurde und seitdem im Gefängnis sitzt. Ihr Gerichtsprozess nähert sich erst jetzt langsam dem Ende, und ihr droht eine Haftstrafe von bis zu 40 Jahren. Ihr werden – ohne faktische Grundlage – der illegale Waffenbesitz, die Finanzierung terroristischer Aktivitäten sowie seit neustem gar doppelter Mord vorgeworfen. <a href="https://rsf.org/en/exclusive-rsf-investigation-filipino-journalist-frenchie-mae-cumpio-now-accused-double-murder" target="_blank" rel="noopener">Untersuchungen von RSF</a> haben ergeben, dass diese Anklagepunkte allesamt fingiert sind. Sie scheinen einzig und allein dazu zu dienen, die prominente Journalistin mundtot zu machen. Umso wichtiger ist es, dass wir uns gegen diesen Fall wehren. RSF hat darum in dieser Woche eine globale Kampagne lanciert, bei der unzählige Medienschaffende aus der ganzen Welt (auch einige aus der Schweiz) einen gemeinsamen Protestbrief an die philippinische Regierung schickten, mit der Forderung, Frenchie Mae Cumpio schnellstmöglich freizulassen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Oder den Fall der aserbaidschanischen Journalistin Sevinj Vagifgizi, die Ende 2023 wegen «Devisenhandel» in der Hauptstadt Aserbaidschans Baku inhaftiert wurde und seitdem auf einen fairen Prozess wartet. Auch hier <a href="https://rsf-ch.ch/de/rsf-startet-eine-solidaritaetskampagne-fuer-inhaftierte-aserbaidschanische-medienschaffende/" target="_blank" rel="noopener">lancierte RSF im Sommer eine Aktion</a>, bei der Medienschaffende und Privatpersonen aus der ganzen Welt Protestbriefe an das Gefängnis in Baku schicken konnten, um die Freilassung von Vagifgizi und ihren Kolleginnen und Kollegen zu fordern.</p>
<h5 style="font-weight: 400;"><strong>Jeder Angriff auf Medienschaffende ist einer zu viel</strong></h5>
<p style="font-weight: 400;">Warum aber ist es wichtig, dass wir uns auch vehement und lautstark für Medienschaffende wie Sevinj Vagifgizi oder Frenchie Mae Cumpio einsetzen? Die Antwort ist ganz einfach: Weil uns jeder einzelne Fall einer inhaftierten Journalistin bzw. eines inhaftierten Journalisten gleichermassen etwas angeht. Wenn drakonische Strafen wie diejenige, die gegen Cumpio ausgeprochen werden könnte, salonfähig werden, dann inspiriert dies Machthaber und Regierungen auch in anderen Ländern, rücksichtslos und entgegen jedem Verständnis von Rechtstaatlichkeit und Demokratie gegen Medienschaffende vorzugehen.</p>
<p style="font-weight: 400;">In einer Welt, in der es so schlecht um die Pressefreiheit steht, wie noch nie, sind es nicht nur die prominenten Schauplätze, auf die wir uns konzentrieren müssen. Sondern auch die vermeintlich weniger wichtigen Ereignisse in Ländern wir Aserbaidschan, den Philippinen und vielen weiteren Orten dieser Welt.</p>
<p style="font-weight: 400;">Denn jede Journalistin, die zensiert, inhaftiert oder getötet wird, ist eine zu viel. Ganz egal, wo auf der Welt sie sich befindet.</p>
<h6><strong>Valentin Rubin, Policy &amp; Advocacy Manager RSF Schweiz</strong></h6>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Internationaler Tag der Informationsfreiheit: Ein Grundrecht im Dienste der Transparenz</title>
		<link>https://rsf-ch.ch/de/internationaler-tag-der-informationsfreiheit-ein-grundrecht-im-dienste-der-transparenz-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin-rsf2]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Sep 2025 10:04:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Newsletter 2025-07-DE]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 28. September begeht die Welt den Internationalen Tag der Informationsfreiheit. Dieser wichtige Tag erinnert uns an die Bedeutung des Rechts der Öffentlichkeit auf Information und des Grundsatzes der Transparenz. Im Jahr 2025 erhält der Tag eine besondere Dimension mit dem Thema: «Gewährleistung des Zugangs zu Umweltinformationen im digitalen Zeitalter». Das Recht auf Information ist [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Am 28. September begeht die Welt den Internationalen Tag der Informationsfreiheit. Dieser wichtige Tag erinnert uns an die Bedeutung des Rechts der Öffentlichkeit auf Information und des Grundsatzes der Transparenz. Im Jahr 2025 erhält der Tag eine besondere Dimension mit dem Thema: «Gewährleistung des Zugangs zu Umweltinformationen im digitalen Zeitalter».</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Das Recht auf Information ist seit jeher ein wesentlicher Pfeiler der Meinungs- und Pressefreiheit. Es ist in Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sowie im Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte verankert, die jedem und jeder das Recht garantieren, Informationen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Dieses Recht wird heute durch das Ziel für nachhaltige Entwicklung 16.10.2 der Vereinten Nationen gestärkt, das die Bemühungen der Staaten misst, verfassungsrechtliche, regulatorische und politische Massnahmen zugunsten des öffentlichen Informationszugangs zu ergreifen. Gut informierte Bürgerinnen und Bürger sind besser in der Lage, fundierte Entscheidungen zu treffen, ihre Regierungen zu überwachen und sie zur Rechenschaft zu ziehen. Dazu müssen aber Journalistinnen und Journalisten über die notwendigen Instrumente verfügen, um zu recherchieren und Tatsachen von öffentlichem Interesse aufzudecken.</span></p>
<p><b>Der Fall der Schweiz</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">In der Schweiz ist das Recht auf Zugang zu Informationen seit 2006 durch das Bundesgesetz über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung (BGÖ) garantiert. Auch die meisten Kantone haben sich nach und nach dem Grundsatz der Transparenz der Verwaltung angeschlossen. Diese Gesetze, die mit einer langen Tradition der Geheimhaltung in der Verwaltung brechen, sind in den letzten zehn Jahren zu einem wichtigen Instrument für die Medien geworden.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ihre Anwendung ist jedoch nach wie vor fragil. Zahlreiche Verwaltungsstellen, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen stehen der Transparenz zurückhaltend gegenüber. Laut dem Journalisten Martin Stoll, der zudem Geschäftsführer des Vereins </span><a href="http://oeffentlichkeitsgesetz.ch"><span style="font-weight: 400;">Öffentlichkeitsgesetz.ch</span></a><span style="font-weight: 400;"> ist, versteckt sich die Bundesverwaltung «zunehmend hinter Medienstellen, der Kontakt nach Aussen wird kanalisiert – zum Nachteil der Öffentlichkeit und der Medien». </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">In der Praxis sehen sich Medienschaffenden mit zunehmenden Hindernissen konfrontiert. So zum Beispiel mit der Abschaffung des Staatskalenders im Jahr 2022, das ihnen und den Bürgern Zugang zu umfassenden Informationen über Ansprechpartner und Bundesverwaltungseinheiten ermöglichte, zugunsten einer reduzierten Version. Daneben gibt es oft eine Verpflichtung, sich stets an die Kommunikationsabteilungen zu wenden. Und drittens werden viele Dokumente nur systematisch geschwärzt herausgegeben. Diese Einschränkungen, die mit dem Wunsch begründet werden, Beamte vor einem «schädlichen sozialen Klima» zu schützen, untergraben jedoch das Prinzip der Transparenz selbst und behindern den Zugang zu umfassenden und zuverlässigen Informationen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Von RSF Schweiz kontaktiert, stellt Martin Stoll immer wieder eine willkürliche Umsetzung des Öffentlichkeitsgesetzes fest: Die Verwaltung agiere zu oft «eher wie ein politischer Akteur als wie ein Dienstleister für die Gemeinschaft». Stoll plädiert darum für strukturelle Reformen, insbesondere für die allgemeine Einführung von Schlichtungsstellen in den Kantonen, die Überarbeitung der Ausnahmeregelungen (damit beispielsweise Protokolle nicht mehr vom Grundsatz der Transparenz ausgenommen sind), die Einhaltung der gesetzlichen Fristen und die Beendigung des Missbrauchs von Verwaltungskosten. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">In diesem Zusammenhang gab es bereits auf Bundesebene einen heftigen Streit über die Gebühren für Anträge auf Zugang zu Verwaltungsdokumenten: Das Parlament hat zwar letztlich die grundsätzliche Kostenfreiheit eingeführt. Doch es gibt weiterhin Ausnahmen für Fälle, in denen «erheblicher Mehraufwand» mit komplexen Recherchen verbunden ist. Darüber hinaus wenden nicht alle kantonalen Gesetze diesen Grundsatz an, und Rechtsmittel vor Verwaltungsgerichten sind weiterhin kostenpflichtig.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Stoll erinnert auch daran, dass andere Länder weiter fortgeschritten sind und dass die Schweiz sich von deren bewährten Praktiken inspirieren lassen sollte.</span></p>
<p><b>Ein Grundrecht bekräftigen</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Anlässlich des Internationalen Tages des universellen Zugangs zu Informationen am Sonntag, 28. September betont RSF Schweiz, dass dieses Recht fest in den Menschenrechten verankert ist. Seine wirksame Umsetzung bleibt eine wichtige politische und administrative Aufgabe. Transparenz darf nicht als Zugeständnis angesehen werden. Vielmehr stellt es eine demokratische Verpflichtung dar.</span></p>
<h6><strong>Sophie Sager, Projektleiterin RSF Schweiz</strong></h6>
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