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	<title>Newsletter 2022-02-DE | Reporter ohne Grenzen</title>
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	<lastBuildDate>Mon, 04 Jul 2022 13:41:31 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Nothilfe für Krisenreporterinnen und Krisenreporter: Bericht von einem realistischen Training</title>
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		<dc:creator><![CDATA[rsfsuisse]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Jul 2022 08:40:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Newsletter 2022-02-DE]]></category>
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					<description><![CDATA[In Krisen- und Kriegsgebieten können Reporterinnen und Reporter in Gefahr geraten – weitab von jeder medizinischen Betreuung. Was dann? Der freie Journalist Raimond Lüppken wollte, nach Einsätzen in der Ukraine, besser vorbereitet sein und nahm gemeinsam mit seinem Journalisten-Kollegen Dario Veréb an einem Nothilfekurs für Krisenreporterinnen und Krisenreporter teil – RSF Schweiz hatte auf den [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In Krisen- und Kriegsgebieten können Reporterinnen und Reporter in Gefahr geraten – weitab von jeder medizinischen Betreuung. Was dann? Der freie Journalist Raimond Lüppken wollte, nach Einsätzen in der Ukraine, besser vorbereitet sein und nahm gemeinsam mit seinem Journalisten-Kollegen Dario Veréb an einem Nothilfekurs für Krisenreporterinnen und Krisenreporter teil – <a href="https://rsf-ch.ch/de/nothilfekurs-fuer-krisenreporterinnen-und-reporter/">RSF Schweiz hatte auf den Kurs hingewiesen</a>. Hier der Bericht von Lüppken und Veréb:</p>
<p><em>«Schweiss tropft mir von der Stirn und perlt an der Schutzweste ab. Ich will ihn wegwischen, aber an meinen Händen klebt Blut. Raimond geht eine rauchen. Ich lasse mich in einen Stuhl fallen, leere eine Wasserflasche in mich hinein, stehe ächzend wieder auf und gehe mich waschen, auch wenn ich in zehn Minuten wieder dreckig sein werde. </em></p>
<p><em>Ich muss noch das IFAK, mein Individual First Aid Kit auffüllen. Thoraxverschlusspflaster, Tourniquet, Wendl-Tubus, Rettungsdecke. Einen Druckverband habe ich noch. Dann kommt Bernhard uns holen. Zurück in den Stollen.</em></p>
<p><em>Raimond und ich nähern uns einem rauchenden LKW. Der Fahrer liegt mit der Stirn auf dem Armaturenbrett. Pascal humpelt auf uns zu und schildert die Situation: «Plötzlich ist die Strasse explodiert! Der Fahrer lebt noch!» Er muss über eine Mine gefahren sein. Geduckt öffnen wir die Beifahrertür, an deren Rückspiegel das vermeintliche Körperteil eines Passanten hängt, und zerren den Insassen hinaus. Hinter einer Säule niedergekniet beginnen wir mit der Ersteinschätzung: «Exsanguination», ruft Raimond, das Opfer verliert Blut. Ich reiche Raimond das Tourniquet aus meinem IFAK, er bindet den halb weggesprengten Arm ab. «Hot Zone, Hot Zone», schreit Pascal. Ein Scharfschütze hat das Feuer eröffnet; wir müssen hier weg. «Auf der Rückbank liegt noch ein Kind!» Ich zögere zuerst, stürze dann aber zum Fahrzeug zurück. Schüsse hallen von den Felswänden. Ich greife mir das Kind und suche die Warm Zone auf, wo ich es verarzten kann. «Exsanguination», rufe ich mir selbst zu. Keine massiven Blutungen erkennbar. «Airway», fahre ich fort. Das Kind atmet schwer. Ich bringe es in die Seitenlage. Als nächstes kommt «Breathing», dann «Circulation», «Disability» und schliesslich «Exposure». X, A, B, C, D, E. Raimond behandelt den Fahrer nach demselben Schema. </em></p>
<p><em>Irgendwann klopft uns Bernhard auf die Schultern und beendet die Übung. Wieder tropft mir Schweiss von der Stirn. An Raimonds Händen klebt Blut. Das Gewicht von Helm, schusssicherer Weste und Splitterschutzweste lastet schwer auf unseren Körpern. «Macht eine Pause. Wir bereiten das nächste Szenario vor,» sagt Bernhard.»</em></p>
<h6>Schritt für Schritt ins Kriegsgebiet</h6>
<p>Die Stollen des Steinbruchs in Trübbach sind wie gemacht für diesen Nothilfekurs für Krisenreporterinnen und -reporter, den wir am 11. und 12. Juni dort absolviert haben: In den modrigen, dunklen Gängen des Untertagbaus inszenieren Instruktor Bernhard Mautner und sein Team realistische Situationen, wie sie Journalistinnen und Journalisten in Konfliktgebieten antreffen können. Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen werden Schusswaffen, Explosionskörper und Rauchbomben dazu eingesetzt, Teilnehmende unter Stress zu setzen. Über Lautsprecher ertönender Fliegeralarm, Sprinkleranlagen und schwache Lichtquellen vervollständigen die Kulisse. Nebst den Puppen, die immer wieder aus gefährlichen Situationen geborgen und in sichere Bereiche getragen werden müssen, spielen auch die Instruktoren Opfer, die es zu verarzten gilt. Der Einsatz von Schweineblut zur Simulation grosser Wunden sorgt dafür, dass der Krieg nicht nur hör- und sichtbar, aber auch riechbar wird. In der Hitze des Gefechts ist die Illusion perfekt bedrückend.</p>
<p>Vor dem Durchlaufen realistischer Szenarien erhalten die Teilnehmenden von Bernhard Mautner lebensrettende Theorie vermittelt, die sich aus fachlichem Wissen und jahrzehntelanger Militärerfahrung zusammensetzt. So kommt es vor, dass auf medizinisch akkurate Erläuterungen zum Pneumothorax rasch Sätze folgen wie: «Wenn Darmschlingen raushängen, dürfen sie nicht austrocknen.»</p>
<p>Erste Wunden werden an Silikonattrappen mit einfachen Gazen gestopft, bevor echtes Blut und hämostyptische Verbände zum Einsatz kommen. «Wenn ihr ein Loch habt, dann stopft ihr das Loch,» sagt Bernhard. So tastet man sich an Kriegszustände, wie sie zurzeit in der Ukraine vorherrschen, heran.</p>
<h6>«Ihr sollt nicht Medic spielen»</h6>
<p>Verantwortlich für die Entstehung dieses Kurses waren Raimond Lüppkens Erlebnisse in der Ukraine. Er führte Gespräche mit vielen Soldaten und Medics: «Eine der ersten Fragen, die mir jeweils gestellt wurde, war, ob ich mich selbst verarzten könne.» Bei seinen letzten beiden Aufenthalten im Kriegsgebiet musste er diese Frage jeweils verneinen. Auf der Rückreise in die Schweiz fasste er deshalb den Entschluss, sich für den nächsten Einsatz besser vorzubereiten. Er stiess auf Bernhard Mautners umfangreiches Nothilfekurs-Angebot, bei dem allerdings noch keine Kurse für Krisenreporterinnen und Krisenreporter vorhanden waren. Ein Telefonat später war der Instruktor überzeugt. Bernhard konzipierte mit seinen Kollegen innert Wochen ein massgeschneidertes Programm.</p>
<p>Während des Nothilfekurses für Krisenreporterinnen und Krisenreporter betont Bernhard immer wieder: «Eure Aufgabe im Kriegsgebiet ist die Berichterstattung. Ihr sollt nicht Medic spielen. Das IFAK ist in erster Linie für euch selbst gedacht.» Raimond beruhigt aber der Gedanke, für den Ernstfall vorbereitet zu sein und seiner Begleitung helfen zu können. Idealerweise müssen weder er noch ich Erlerntes je anwenden.</p>
<p>Nach zwei anstrengenden, aber hochinteressanten Tagen verlassen wir mit einem zwei Jahre gültigen Zertifikat für TCCC (Tactical Combat Casualty Care) und TEMS (Tactical Emergency Medical Support) das fiktive Kriegsgebiet in Trübbach.</p>
<h6>Text und Bilder: Dario Veréb und Raimond Lüppken</h6>
<hr />
<p><em>Taktische Nothilfe für Krisenreporterinnen und Krisenreporter</em><br />
<em>Ausbildungsdauer: 2 Tage à 8 Stunden</em><br />
<em>Kurskosten: CHF 740,- (für SSM Mitgliederinnen und Mitglieder CHF 540.-)</em><br />
<em>Weitere Informationen: <a href="https://www.nothelferkurs.li/taktische-nothilfe-krisenreporter-innen/" target="_blank" rel="noopener">www.nothelferkurs.li/taktische-nothilfe-krisenreporter-innen</a></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die RSF-Untersuchung zum Tod des Fotoreporters Maks Levin kommt zum Schluss, dass er hingerichtet wurde</title>
		<link>https://rsf-ch.ch/de/die-rsf-untersuchung-zum-tod-des-fotoreporters-maks-levin-kommt-zum-schluss-dass-er-hingerichtet-wurde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[rsfsuisse]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Jul 2022 08:39:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Newsletter 2022-02-DE]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 1. April entdeckten drei ukrainische Polizisten in einem Wald nördlich von Kiew, unweit des Dorfes Moschtchun, die Leiche des 40-jährigen Maks Levin. Er war einer der erfahrensten ukrainischen Kriegsfotoreporter und eine der führenden Persönlichkeiten seines Berufs (AP Photo/Inna Varenytsia). Bereits am Vortag, dem 31. März, war am gleichen Ort das ausgebrannte Wrack von Levins [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 1. April entdeckten drei ukrainische Polizisten in einem Wald nördlich von Kiew, unweit des Dorfes Moschtchun, die Leiche des 40-jährigen Maks Levin. Er war einer der erfahrensten ukrainischen Kriegsfotoreporter und eine der führenden Persönlichkeiten seines Berufs <em>(AP Photo/Inna Varenytsia)</em>.</p>
<p>Bereits am Vortag, dem 31. März, war am gleichen Ort das ausgebrannte Wrack von Levins Ford Maverik entdeckt und anhand des Nummernschilds identifiziert worden. Neben dem Wagen lag ein halbverbrannter Körper. Es handelte sich um den später identifizierten Oleksij Tschernyschow, einen mit Maks befreundeten Soldaten, der ihn an diesem Tag zu seiner Sicherheit begleitet hatte.</p>
<p>Levins Körper wies drei Einschusslöcher auf, eines am Oberkörper und zwei am Kopf. Der Fotoreporter war in Zivil gekleidet und trug, wie es den Anweisungen für Journalisten entspricht, eine blaue Armbinde, die derjenigen ähnelt, die ukrainische Soldaten tragen. Tschernyschow trug Militärkleidung.</p>
<p>Die Angehörigen von Maks Levin und Oleksij Tschernyschow hatten seit dem 13. März nichts mehr von ihnen gehört. Das letzte Lebenszeichen, das Maks&#8250; Lebensgefährtin erhielt, war eine Sprachnachricht, die um 11.23 Uhr an diesem Tag hinterlassen wurde.</p>
<p>Die beiden Männer waren aufgebrochen, um erneut zu versuchen, die Drohne zu bergen, die Levin für seine Arbeit benutzte, heisst es in dem <a href="https://rsf.org/en/exclusive-rsf-investigation-death-maks-levin-information-and-evidence-collected-indicates" target="_blank" rel="noopener">Bericht</a>, den Reporter ohne Grenzen (RSF) International nach dem Einsatz einer Untersuchungsmission vor Ort vom 24. Mai bis 3. Juni veröffentlicht hat.</p>
<h6>Batteriedefekt</h6>
<p>Die Drohne war einige Tage zuvor aufgrund eines Batteriedefekts in den Wald gestürzt und unauffindbar geblieben. Das entsprechende Gebiet befand sich in unmittelbarer Nähe der Kampfhandlungen, denn die Russen hatten damals ihre Offensive auf Kiew noch nicht abgebrochen und die Kämpfe in der Region waren aussergewöhnlich heftig.</p>
<p>Die ukrainische Justiz eröffnete eine Untersuchung des Todes der beiden Männer, die sie gemeinsam mit dem Internationalen Strafgerichtshof durchführt, um festzustellen, ob möglicherweise ein Kriegsverbrechen begangen wurde. Um einen Beitrag zu den offiziellen Ermittlungen zu leisten, versuchte RSF vor Ort, die Fakten zu rekonstruieren und Informationen zu sammeln, um diese an die zuständigen Justizbehörden weiterzuleiten.</p>
<p>Neben mehreren Angehörigen von Maks Levin gehörte der RSF-Delegation unter anderem Arnaud Froger an, der im internationalen Sekretariat der Organisation für die Ermittlungen zuständig ist. Ausserdem war der bekannte Fotoreporter Patrick Chauvel Teil der Delegation; RSF hat eben einen Bildband veröffentlicht, der Fotos Chauvels aus seiner 50jährigen Tätigkeit an vielen Konfliktherden der Welt zeigt. Chauvel wollte unbedingt an dieser Mission teilnehmen. Ende Februar, in den ersten Tagen des Krieges, hatte Levin ihm als «Fixer» gedient. «Fixer» sind die unentbehrlichen lokalen Helfer, ohne die ausländische Reporter in einem Konfliktgebiet kaum arbeiten können.</p>
<h6>Ein Benzinkanister</h6>
<p>Am 28. Mai erreichte die Delegation nach einem ersten erfolglosen Versuch zwei Tage zuvor endlich den Ort im Wald, an dem die beiden Leichen gefunden worden waren. Dort lag das ausgebrannte Wrack des Autos, das von 14 Einschusslöchern durchsiebt war. Die Spuren dieser Schüsse an den umliegenden Bäumen lassen darauf schliessen, dass das Fahrzeug stand, als es getroffen wurde. Im Inneren des Fahrzeugs wurden zwei Projektile gefunden, eines mit einem Durchmesser von 5,45 Millimetern, dem Kaliber der Kalaschnikow, mit der die russischen Truppen ausgerüstet sind, das andere mit einem grösseren Durchmesser, das zu den Waffen der russischen Spezialeinheiten passen könnte. Neben dem Auto, in der Nähe der Stelle, an der der verbrannte Körper von Tschernyschow lag, befand sich ein Benzinkanister.</p>
<p>Anhand von Fotos, die bei der Entdeckung der Leiche von Maks Levin vor fast zwei Monaten aufgenommen wurden, konnte das RSF-Team die Stelle 17 Meter hinter dem Fahrzeug genau lokalisieren. Genau an dieser Stelle steckte 15 Zentimeter tief im Boden eine 5,45er-Projektil.</p>
<p>Dies deutet darauf hin, «dass er wahrscheinlich mit einer oder zwei Kugeln aus kurzer Entfernung erschossen wurde, als er bereits am Boden lag», so die Autoren des RSF-Berichts, die am Ort des Geschehens oder in dessen unmittelbarer Nähe auch Spuren von russischer Truppenpräsenz &#8211; Lebensmittelverpackungen und Plastikbesteck &#8211; gefunden haben.</p>
<h6>Zwei Szenarien</h6>
<p>Alle vor Ort gesammelten und eingesehenen Informationen lassen die Autoren des Berichts zu dem Schluss kommen, dass die beiden Männer kaltblütig hingerichtet wurden, wobei zwei Szenarien denkbar sind. Nach dem ersten Szenario wurden die beiden Männer, die sich mit ihrem Auto in einen Wald begeben hatten, ohne zu bemerken, dass dieser bereits von russischen Truppen gehalten wurde, von diesen ins Visier genommen und erschossen. Nach dem zweiten Szenario wurde ihr Auto an einer Kreuzung im Wald abgefangen, dann wurde Oleksij Tschernyschow entwaffnet, die beiden Männer wurden ein Stück weiter gefahren, zum Aussteigen gezwungen, getrennt verhört und dann erschossen, wobei Tschernyschow möglicherweise bei lebendigem Leib verbrannt wurde, wie die Lage seines Körpers vermuten lässt.</p>
<p>Maks Levin war an dem Tag, an dem er getötet wurde, unbewaffnet. Die von RSF gesammelten Zeugenaussagen sind einstimmig: Der Fotoreporter gehörte nie einer militärischen Einheit an, und wenn er eine Drohne benutzte, dann nur, um im Rahmen seiner Informationsarbeit die Invasion der russischen Truppen zu dokumentieren. Er lieferte zwar gelegentlich Bilder an die ukrainischen Streitkräfte, doch der Einsatz seiner Drohne «erfolgte in erster Linie aus journalistischen Gründen, wie sein Umfeld bestätigte und wie die Bilder zeigen, die seit Beginn der russischen Invasion an die Medien verkauft wurden», stellt RSF im Bericht fest.</p>
<p>Das letzte Bild, das er mit seiner Drohne aufgenommen hatte, bevor er sie verlor, zeigt, wie die Russen die Häuser besetzten und ihre Panzer in unmittelbarer Nähe dazu oder in den Höfen der Häuser stationierten, um diese als zivile Schutzschilde gegen ukrainischen Beschuss zu nutzen. Das Bild war von schlechter Qualität. Maks Levin freute sich wahrscheinlich darauf, seine Drohne wiederzufinden, um bessere Bilder aufzunehmen.</p>
<h6>Denis Masmejan, Generalsekretär von RSF Schweiz</h6>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Neuer Schatten</title>
		<link>https://rsf-ch.ch/de/neuer-schatten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[rsfsuisse]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Jul 2022 08:39:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Newsletter 2022-02-DE]]></category>
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					<description><![CDATA[Editorial Dieser Newsletter hat Sie regelmässig über die Situation der Informationsfreiheit in der Schweiz und die Einschränkungen informiert, denen sie in einem Land ausgesetzt sein kann, welches auf der jährlich veröffentlichten RSF-Rangliste der Pressefreiheit immerhin gut bewertet wird (Foto: Keystone-SDA). In diesem Jahr ist die Schweiz vom 10. auf den 14. Platz zurückgefallen. Einige Besonderheiten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Editorial</h2>
<p>Dieser Newsletter hat Sie regelmässig über die Situation der Informationsfreiheit in der Schweiz und die Einschränkungen informiert, denen sie in einem Land ausgesetzt sein kann, welches auf der jährlich veröffentlichten RSF-Rangliste der Pressefreiheit immerhin gut bewertet wird <em>(Foto: Keystone-SDA)</em>.</p>
<p>In diesem Jahr ist die Schweiz vom 10. auf den 14. Platz zurückgefallen. Einige Besonderheiten der Schweizer Gesetze und ihrer jüngsten Entwicklung waren daran nicht unbeteiligt. In diesem Newsletter wurde bereits darüber berichtet. Da war die Abstimmung des Bundesparlaments über die Verschärfung <a href="https://rsf-ch.ch/de/rsf-suisse-seleve-contre-le-durcissement-sans-raison-des-mesures-provisionnelles-contre-les-medias-2/" target="_blank" rel="noopener">der vorsorglichen Massnahmen</a>, die ein Zivilrichter verhängen kann, um das Erscheinen eines Artikels zu blockieren. Ebenso gehört dazu <a href="https://rsf-ch.ch/de/le-secret-bancaire-fait-peser-une-menace-inadmissible-sur-la-liberte-de-la-presse-2/" target="_blank" rel="noopener">die Anwendung des Bankengesetzes auf Journalistinnen und Journalisten</a>, um sie daran zu hindern, Informationen zu veröffentlichen, die aus gestohlenen Bankdaten stammen. Und natürlich das Referendum, das <a href="https://rsf-ch.ch/de/la-diversite-du-paysage-mediatique-en-suisse-en-danger-2/" target="_blank" rel="noopener">die Aufstockung der staatlichen Unterstützung für die Medien</a> blockierte.</p>
<p>Doch nun droht ein neuer Schatten aufzutauchen. Letzten Monat schickte das Eidgenössische Verteidigungsministerium <a href="https://www.fedlex.admin.ch/de/consultation-procedures/ongoing#https://fedlex.data.admin.ch/eli/dl/proj/2022/15/cons_1">einen Entwurf zur Revision des Nachrichtendienstgesetzes in die Vernehmlassung</a>. Es bedurfte einer sehr genauen Lektüre des Entwurfs durch den <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/nachrichtendienst-soll-anwaelte-aerzte-und-journalisten-ausspaehen-duerfen-121795356050">Tages-Anzeiger</a>, um im Entwurf die Aufhebung eines für Journalisten, Ärzte und Anwälte wichtigen Absatzes zu entdecken.</p>
<p>Heute darf der Nachrichtendienst die Kontaktpersonen einer überwachten Person nicht geheimen Ermittlungsmassnahmen unterziehen, wenn diese Kontaktpersonen «zu einer der Berufsgruppen, die in den Artikeln 171 bis 173» der Strafprozessordnung genannt werden, gehören, also Personen sind, die aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit ein Zeugnisverweigerungsrecht haben.</p>
<p>Somit sind auch Journalistinnen und Journalsten betroffen. Warum wollen Verteidigungsministerin Viola Amherd und ihr neuer Geheimdienstdirektor Christian Dussey diese Klausel streichen? Welche Konsequenzen hätte eine solche Änderung im Vergleich zur derzeitigen Praxis? Der dem Entwurf beigefügte erläuternde Bericht gibt keine klare Antwort auf diese Frage, ebenso wenig wie die ausweichenden Erklärungen der Sprecherin des Nachrichtendienstes, die vom Tages-Anzeiger zitiert wurde.</p>
<p>Verteidiger der Pressefreiheit können nicht akzeptieren, dass künftig Journalistinnen und Journalisten vom Nachrichtendienst überwacht werden, nur weil sie mit Personen in Kontakt sind, die ihrerseits &#8211; und sei es auch auf völlig legitime Weise &#8211; für den Nachrichtendienst von Interesse sind. Ein solches Szenario würde einen erheblichen Eingriff in den Quellenschutz darstellen. Die Unklarheit des erläuternden Berichts zu einer Frage von solcher Tragweite sowohl für die Informationsfreiheit als auch für andere unveräusserliche Freiheiten in einer demokratischen Gesellschaft &#8211; Anwaltsgeheimnis, Arztgeheimnis &#8211; ist ebenso beunruhigend wie unzulässig.</p>
<h6>Denis Masmejan, Generalsekretär von RSF Schweiz</h6>
<p>&nbsp;</p>
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