Akkreditierungen, Sperrzonen, nützliche Kontakte… Medienschaffenden können zwar in der Ukraine selbst in Kriegszeiten auf vielfältige Weise ihrer Arbeit nachgehen. Dennoch gibt es wichtige Regeln, damit sie ihre Arbeit sicher und ordnungsgemäss ausüben können. RSF hat dazu einen praktischen Leitfaden in englischer Sprache veröffentlicht, der gemeinsam mit zwei erfahrenen Fixern (local producers) erarbeitet wurde. Der Leitfaden enthält wichtige Tipps, die ausländischen Reporterinnen und Reportern helfen sollen, sich auf die Einsätze im Land vorzubereiten und diese erfolgreich durchführen zu können
Oleksandra Aleksandrenko und Rostyslav Tsyren sind zwei erfahrene Fixer aus der Ukraine, die seit Beginn der russischen Vollinvasion am 24. Februar 2022 mit ausländischen Journalistinnen und Journalisten zusammenarbeiten. Der nun vorliegende Leitfaden wurde auf Grundlage ihrer Erfahrungen erstellt und soll die wichtigsten Fragen beantworten, denen ausländische Reporterinnen und Reporter vor und während ihres Einsatzes in der Ukraine begegnen könnten. Als Ressource konzipiert skizziert der Leitfaden den rechtlichen Rahmen, in welchem sich die Medien bewegen. Ausserdem geht er auf kriegsbedingte Zugangsbeschränkungen und wichtige Sicherheitsvorkehrungen ein, einschliesslich der Frage, wie man sich vor russischen Drohnen am besten schützen kann (ein Thema, das RSF bereits in einem früheren Bericht thematisiert hat). Der aktuelle Leitfaden enthält nebst den Tipps auch eine Liste nützlicher Kontakte in der Ukraine selbst. Letztlich werden darin auch die Grundsätze des traumasensiblen Journalismus (trauma-informed journalism) dargelegt, der Medienschaffenden hinsichtlich der möglichen psychischen Folgen ihrer journalistischen Arbeit Orientierung bieten soll und entsprechende Tipps zur Vorbereitung von Interviews und Reportagen liefert.
- Laden Sie den Leitfaden auf Englisch hier als PDF herunter
- Sehen Sie sich hier das Video auf Englisch an
- Weitere Informaitonen zu den bevorstehenden Webinaren
– 16. Oktober, 14.00 Uhr GMT (17.00 Uhr UTC+3) – Praktische Vorbereitung und Berichterstattung vor Ort (auf Englisch)
– 30. Oktober, 14.00 Uhr GMT (17.00 Uhr UTC+3) – traumasensibler Journalismus im ukrainischen Kontext (auf Englisch)
«Das primäre Ziel des Leitfadens ist es, Empfehlungen, praktische Informationen und nützliche Ressourcen für ausländische Journalistinnen und Journalisten bereitzustellen, die in die Ukraine reisen, um über den grossangelegten Krieg zu berichten. Mit dem Leitfaden und dem dazugehörigen Video möchte RSF den Reporterinnen und Reportern helfen, ihre Einsätze so effektiv und umfassend wie möglich vorzubereiten. Im Herbst 2026 werden zudem drei Webinare organisiert, um praktische Fragen zu beantworten und Medienschaffenden dabei zu unterstützen, die Regeln vor Ort zu verstehen.»
Pauline Maufrais
RSF-Regionalbeauftragte für die Ukraine
Seit Beginn der grossangelegten Invasion Russlands in der Ukraine am 24. Februar 2022 hat das von RSF betriebenen Zentrum für Pressefreiheit in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw mehr als 1’500 Medienschaffende im Land unterstützt – 600 von ihnen stammten aus dem Ausland. Im Zentrum konnte ihnen Equipment und Schutzausrüstung wie Helme und kugelsichere Westen, Erste-Hilfe-Sets, Drohnenwarngeräte und Powerbanks bereitgestellt werden.
Das Nothilfe-Büro von RSF kann Medienschaffenden zudem finanzielle Soforthilfe gewähren, um Ausgaben wie Arztkosten im Falle einer Verletzung zu decken oder bei der Beschaffung von Ersatz für beschädigte Ausrüstung zu helfen. Das Nothilfe-Büro leistet darüber hinaus bei Bedarf psychologische Unterstützung.
Der hier vorliegende Leitfaden ist auch auf der englischsprachigen Website von RSF «Resources for Journalists» verfügbar. Er wurde vom Institut für Masseninformation (IMI), einem RSF-Partner in der Ukraine, geprüft. Die Erstellung und Umsetzung des Leitfadens wurde unter anderem durch finanzielle Unterstützung der Europäischen Union ermöglicht. Für den Inhalt ist aber einzig und allein RSF verantwortlich; der Leitfaden spiegelt unter keinen Umständen die Position oder die Interessen der EU wider.