Der Fall schlug letzte Woche grosse Welle. Eine kritische Recherche der Republik gemeinsam mit dem WAV-Recherchekollektiv führte für Unruhe beim US-Amerikanischen Tech-Konzern Palantir. Dieser geht nun juristisch gegen die unabhängige Redaktion vor. RSF steht solidarisch mit den betroffenen Medienschaffenden und warnt vor den Konsequenzen, wenn einflussreiche Unternehmen juristisch gegen kritische Berichterstattung vorgehen.
Palantir verklagt die Republik. Das war die grosse News von letzter Woche. Ein milliardenschwerer Tech-Gigant aus den USA geht juristisch gegen eine kleine, unabhängige und von Leser:innen finanzierte Redaktion aus Zürich vor. Und dies, weil sie ihren Job gemacht und eine solide investigative Recherche publiziert hat – gestützt auf zahlreiche amtliche Dokumente, die die Journalist:innen dank des Öffentlichkeitsgesetzes einsehen konnten.
Palantir war mit der zweiteiligen Recherche der Republik und des WAV-Recherchekollektivs ganz und gar nicht zufrieden. Nun will der einflussreiche und umstrittene Anbieter von Software und Dienstleistungen, zu dessen Kunden unter anderem die US-Behörde ICE sowie die israelische Armee gehören, mittels Klage beim Zürcher Handelsgericht eine Gegendarstellung erzwingen. Palantir war in der Artikelserie der Republik allerdings bereits ausführlich zu Wort gekommen und hatte Möglichkeiten, die eigene Position darzustellen.
Palantirs Vorgehen kann als Einschüchterungsversuch gegen unabhängige Medien angesehen werden – und für die Republik bedeutet der Fall nun einen erheblichen Mehraufwand. Wir stehen in Solidarität mit den betroffenen Journalist:innen und warnen vor den Konsequenzen, wenn einflussreiche Unternehmen gegen kritische Berichterstattung vorgehen. Wenn die Presse nicht frei und unabhängig auf Missstände hinweisen und Hintergründe aufdecken kann, ist unser gesamtes Informations-Ökosystem in Gefahr – und mit ihr die Demokratie.